17. Juli 2004
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17. Juli 2004

Samstag, 17. Juli 2004
In´t Böllerbüsken, Stadtwald
Ramsdorf – Velen

Carl Orff
„Carmina Burana “

1934 entdeckte Orff die 1847 im Druck erschienenen Carmina Burana aus dem 12. Jahrhundert. Diese Handschrift aus Benediktbeuern enthält weltliche Lieder verschiedenster Art. Die Begegnung mit diesen Texten faszinierte Orff so sehr, daß ihn „Bild und Worte überfielen“, wie er sich später erinnerte, und er noch am selben Tag den ersten Chorsatz „O Fortuna“ skizzierte. Orff wählte aus den über 250 – oft vielstrophigen – Liedern einige wenige Texte aus, die dadurch in neue Zusammenhänge gerieten. „Der mitreißende Rhythmus, die Bildhaftigkeit dieser Dichtungen und nicht zuletzt die vokalreiche Musikalität und einzigartige Knappheit der lateinischen Sprache“ fesselten ihn.
Als großes Symbol steht über dem ganzen Werk das Glücksrad der Fortuna. Das ewige Kreisen der Welt zwischen Glück und Unglück, Aufstieg und Niedergang vertont Orff mit wenigen, immerwiederkehrenden Mitteln in einem großen Chorsatz, der am Anfang und Schluß des Werkes steht. Der Mittelteil besteht aus einzelnen Bildern: „Uf dem Anger“ – auf dem Dorfplatz; „In Taberna“ – in der Schänke; „Cour d´Amour“ – eine liebliche Musik voller Erotik. Zum Höhepunkt des Werkes singen Blanziflor, ein Held der französischen Rittersage, und Helena eine mitreißende Hymne auf die Liebe.
In den Carmina Burana fand Orff seine eigene musikalische Sprache. Die mittelalterlichen Texte inspirierten ihn nicht zu Sehnsucht und Nostalgie, wie es noch in der Romantik, wenige Jahre früher, üblich war, sondern zu einer prall-sinnlichen Musik mit starker Vereinfachung in Rhythmik und Harmonik; ein Weg, der von Beobachtern mit Begriffen wie „zurück zum Elementaren“, aber auch „Primitivismus“ beschrieben wird. Wie so oft scheint die Wahrheit an einem undefinierten Punkt zwischen den Extremen zu liegen.
Die 1937 uraufgeführten Carmina Burana begründen Orffs weltweiten Erfolg und zählen zu seinen populärsten Werken.

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